Zu Fuß 50, 65 oder 80 Kilometer durch die Nacht

Die legendäre 24h-Langstreckenwanderung des Schwarzwaldvereins Straubenhardt feiert ihre bereits 14. Auflage

Langstrecken-Wanderfans weit über die Region hinaus fiebern dem Wochenende Freitag 10. auf Samstag 11. Juli 2026 entgegen. Denn dort richtet der Schwarzwaldverein Straubenhardt zum bereits 14. Mal seine 24h-Wanderung durch den Nordschwarzwald aus, aktuell unter dem Titel „Lauf zur Schwanner Warte“. Für Kurzentschlossene gibt es noch die Möglichkeit sich anzumelden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Worum geht es?

Der „Lauf zur Schwanner Warte“ ist eine 24-Stunden-Wanderung auf 3 verschieden langen Strecken durch den Nordschwarzwald. Im Vordergrund steht das Erlebnis, in kleinen Gruppen in die Nacht hinein zu laufen, das Anbrechen des neuen Tages zu erleben und darüber zu staunen, wie weit die Füße durch den schönen Nordschwarzwald tragen. Die Veranstaltung ist ausdrücklich kein Wettbewerb, sondern ein intensives Gemeinschaftserlebnis, bei dem gegenseitige Ermutigung, der Spaß miteinander und die Achtung der Natur im Vordergrund stehen.

Wie entstand diese Idee?

SWV-Mitglied Stefan Bürkle lag 2010 im Krankenhaus und stieß dort in einem Outdoormagazin auf einen Bericht über eine ähnliche Veranstaltung in Bayern. Kaum aus der Klinik entlassen machte er sich selbst an die Organisation einer 24h-Wanderung ab der heimischen Schwanner Warte. Der Schwarzwaldverein Straubenhardt gehört damit zu den absoluten Pionieren dieser Art Langstreckenwanderung in Deutschland.
Geplant war dieser erste Lauf 2011 eigentlich ganz „low level“ – jeder Wanderer sollte seine Verpflegung selbst mitbringen. Mitstreiter Gerd Vorbach nahm dann aber mit vollem Engagement die kulinarische Versorgung in die Hand und legte damit den Grundstein zu einem der Markenzeichen des Straubenhardter Laufs.

Wo sind Start und Ziel?

Start wie Ziel ist die Schwanner Warte, bekannter Aussichtsturm oberhalb von 75334 Schwann und Vereinsheim des Schwarzwaldvereins Straubenhardt.

Welche Streckenvarianten werden angeboten?

Traditionell gibt es 3 Strecken. Die „Genießer“ laufen rund 50 km, die „Sportlichen“ derer 65, und die „Extremen“ nehmen ca. 80 km in Angriff.
Im Jubiläumsjahr 2025, als der Schwarzwaldverein Straubenhardt sein 100. Bestehen feierte, wurde als einmalige Aktion zusätzlich noch eine 100-km-Strecke angeboten.

Wo verlaufen die Strecken?

Alle 3 Streckenvarianten bewegen sich dieses Jahr von der Schwanner Warte aus im Uhrzeigersinn nach Südwesten über die Brenntenwaldhütte und Loffenau in Richtung Gaggenau, wo im Gemeindehaus St. Josef die kürzeren Strecken ein paar Stunden schlafen können und das Frühstück für alle stattfindet. Die „Extremen“ sind davor noch bis zum westlichsten Punkt der diesjährigen Varianten am Battert oberhalb von Baden-Baden gelaufen. Zurück geht es dann für alle über den Bernstein, Bernbach und Schielberg wieder nach Straubenhardt.
Der Schwarzwaldverein Straubenhardt kennt „seine“ Wanderregion wie seine Westentasche und ist berühmt dafür, fabelhafte Strecken zusammenzubasteln.

Sind die Strecken ausgeschildert?

Nein. Seit einem Jahr, an dem nach der Veranstaltung mit Forstfarbe angebrachte Sprühmarkierungen samt und sonders wieder abgeschrubbt werden mussten, ist nichts markiert. Die Teilnehmer haben aber im Vorfeld Zugriff auf die Komoot-Links sowie auf die gpx-Dateien der einzelnen Strecken. Außerdem laufen die allermeisten ohnehin in kleinen Gruppen mit Guides, welche die Strecken gut kennen und ihre Gruppen sicher durch die Nacht und ans Ziel führen.

Gibt es unterwegs Verpflegung?

Ja. Die Verpflegung beim Lauf zur Schwanner Warte ist legendär gut. Es gibt schon beim Start „Nudeln mit Soß“, unterwegs 5 liebevoll und reichlich bestückte Versorgungspunkte, darunter das Frühstück im Gemeindehaus St. Josef in Gaggenau, und am Ziel an der Schwanner Warte Maultaschen für alle. Die Verpflegung ist im Teilnahmebeitrag inbegriffen.

Gibt es einen Gepäcktransport?

Ja. Die Teilnehmer, die also z.B. einen Schlafsack und Isomatte oder Wechselschuhe mitnehmen möchten, müssen diese nicht die ganze Zeit tragen, sondern haben darauf immer wieder Zugriff. Die Details werden vorher bekannt gegeben.

Wie hoch ist das Gehtempo?

Das Tempo variiert je nach Streckenlänge. Die „Genießer“ (50km-Strecke) legen zwischen den Versorgungspunkten etwa 3,5/h zurück, die „Sportlichen“ (65km-Strecke) rund 4 km/h und die „Extremen“ (80km-Strecke) etwa 4,5 km/h.

Wird unterwegs irgendwo geschlafen?

Wanderer auf den beiden kürzeren Strecken treffen in den frühen Morgenstunden an ihrem Umkehrpunkt, dem Gemeindehaus St. Josef in Gaggenau, ein und können dort ein paar wenige Stunden schlafen, bevor es nach dem Frühstück weitergeht. Die „Extremen“ laufen bis auf die Verpflegungspausen mehr oder weniger durch.

Was ist der Unterschied zu den bekannten Mammut-/Megamärschen?

Der Lauf zur Schwanner Warte ist eine nicht-kommerzielle geradezu intime Veranstaltung, bei der die Teilnehmer in kleinen Grüppchen zu 10-20 Personen unterwegs sind. Nur an den Versorgungspunkten, die allen Strecken gemein sind, kann es zur Begegnung mit anderen Wanderern kommen. Es ziehen also keine johlenden Horden nachts durch den Wald, sondern alles läuft entspannt und sehr friedlich ab.
Nach einem Höchststand von rund 300 Teilnehmern in einem der frühen Jahre hat der Veranstalter die Gesamtteilnehmerzahl auf 200 gedeckelt. In den Nach-Corona-Jahren wurde diese Zahl nochmals reduziert auf max. 120 Teilnehmende, weil alle so viel Freude an dem besonderen „Erlebnis der kleinen Zahlen“ gefunden hatten. Außerdem kommt diese Beschränkung auf so wenige Teilnehmer dem erklärten Anliegen des Schwarzwaldvereins entgegen, die Natur zu schonen.

Was kostet die Teilnahme?

75 € für erwachsene Nicht-Mitglieder des SWV Straubenhardt (60 € für Mitglieder) und 50 € (bzw. 40 €) für Jugendliche.
Der Teilnahmebeitrag deckt die Kosten für Logistik und Verpflegung. Auch ein T-Shirt ist im Preis inbegriffen.

Wie lang ist man unterwegs?

Da es sich um eine „24-Stunden-Wanderung“ handelt, sind die Teilnehmer in etwa auch genau so lang unterwegs. Start ist am Freitagabend je nach Strecke zwischen 19:30 und 20 Uhr. Die Rückkehr an der Schwanner Warte ist grob zwischen 17 und 19.30 Uhr prognostiziert.

Was ist der Vorteil eines Starts am Abend anstatt früher am Tag?

Die Wanderer gehen so ausgeruht wie möglich in die Nacht, welche erfahrungsgemäß eine große Herausforderung darstellt. Das erhöht die Chancen diesen Wegabschnitt auch gut durchzustehen und nicht mitten in der Nacht irgendwo im Schwarzwald abgeholt werden zu müssen. Außerdem fällt so auch die Rückkehr auf den Abend, so dass man sich danach einfach ins Bett legen kann. Bei Veranstaltungen, welche z.B. mittags starten und auch wieder enden, stellt dies ein Problem dar.

Für wen ist diese Veranstaltung geeignet?

Im Grunde für jeden, der soweit gesund ist und beschwerdefrei ca. 15 km am Stück gehen kann. Man braucht nicht viel mehr als gut eingelaufene Schuhe, ein Wechselshirt, die Regenjacke – und die Bereitschaft, sich der Herausforderung zu stellen.

Gibt es ein Mindest- oder ein Höchstalter?

Nein. In den vergangenen Jahren waren die Teilnehmer zwischen 10 und 70 Jahren alt. Natürlich müssen gerade bei Kindern und Jugendlichen ihre Bezugspersonen behutsam überlegen, was Sinn macht und was nicht – aber es haben auch schon Eltern-Kind-Teams wegen des Elternteils unterwegs abgebrochen, während das Kind noch fit war und den Lauf zu Ende bringen wollte.

Wann ist Anmeldeschluss?

Speziell wegen des Erscheinens dieses Artikels wurde die Anmeldefrist um einen Tag nach hinten verlegt auf Montag, 22. Juni.

Wo kann man sich anmelden?

Alle Infos sowie das Anmeldeformular finden sich auf der Website des Schwarzwaldvereins Straubenhardt, https://schwarzwaldverein-straubenhardt.de/lauf-zur-schw-warte/.